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artistic media vision 3

e-motion ArtspaceINTERNETKUNSTZEITSCHRIFT
Am 25. Juli 2003 „DEM GRÜNEN TAG“ im Maya Kalender, ging die Kunstzeitschrift online. In monatlicher Ausgabe wurde über Architekturen, Kunst im öffentlichen Raum, Webworks, Biennalen, Ausstellungen und Bücher über diese Felder berichtet. Alle Ausgaben sind im Archiv einsehbar. http://e-motion-artspace.net Im Sinne der Anfänge dieser Kunstzeitschrift….. e-motionArtspace verändert sich laufend….. und spricht in allen Farben….. startet 2020 eine Version die sich selbst noch nicht kennt.
Editor: Jana Wisniewski jana.wisniewski@drei.at

Amsterdam, Moco Museum: http://www.mocomuseum.com

Kunst im öffentlichen Raum: temporär + anders

Vor einem Jahr war in Amsterdam eine überraschende Ausstellung in dem Einkaufszentrum GELDERLANDPLEIN zu sehen. Die ganz normale Wirtschafts-Welt wurde nicht ganz so ernst genommen, dafür aber die Kunst. „5 Goldene Tage für 50 Jahre Bestand“.

Künstlerhaus Neu?

Kunst im Machtpoker? Das ist Kunst sowieso, immer schon und immer noch. Das Geschäft, Ruhm + Ehre, Intention + Leidenschaft, Vision + Virtuosität….wo waren + sind da Künstlerhäuser positioniert? In erster Linie ging, und geht es immer noch darum, selbst „Machthaber“ zu sein, ob Produzentengalerie oder Künstlerhaus, es geht um Eigenverantwortung + Gestaltungshoheit. Die Deutungsmacht ist teils mit dem Besitz der Produktionsstätte verbunden, beim „Wiener Künstlerhaus“ war das der Fall, 150 Jahre lang, jetzt ist es vorbei. Soll + kann man das wirklich feiern?

Im Bereich Museum, gibt es Besitzstände der öffentlichen Hand, und private Museen, wobei der „öffentliche Diskurs“ bezüglich Besitzstände der „öffentlichen Hand“ mehr Chancen hat gehört zu werden, Private machen was sie können, und wenn sie nicht mehr können, sind sie eben dem „Markt“ ausgeliefert.

Das Wiener Künstlerhaus: Verein + Institution, entstand 1861 als „Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens“ an zentraler Adresse. Der Kaiser schenkte das Grundstück, Friedrich Stache implementierte ein kluges Finanzierungssystem der Stifter und Gründer, ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben, das Ziel war Ausstellungsflächen und Kommunikationsbereiche zu vereinen.

Nach Plänen von August Weber, konnte das Haus 1868 eröffnet werden. Im Zuge der wechselhaften Geschichte waren die Künstler immer wieder von finanziellen Nöten geplagt, vor allem was die Renovierung des Hauses angeht. Im Video erkundet eine Künstler – Gruppe den Zustand des Hauses 2011 ( als nach vielen Anläufen und Absagen von Unterstützung durch Stadt und Bund, wieder einmal Sanierung diskutiert wurde.

Die Webseite des langjährigen Archivars Vladimir Aichelberg bietet Daten bis 2011 http://www.wladimir-aichelburg.at/kuenstlerhaus/

Im Verlag Lehner ist das Buch DAS WIENER KÜNSTLERHAUS Kunst und Institution, mit Blick auf die Aktivitäten durch zahlreiche Fachleute und einem Ausstellungskalender bis 2011 erschienen – 150 Jahre Künstlerhaus. http://www.verlag-lehner.at/Altwiener%20Volkstheater,%20Kunst,Kultur/wiener-kuenstlerhaus.htm

Das Künstlerhaus und die Wirtschaftsinitiative Neues Künstlerhaus WINK ( Beppo Mauhart ) melden sich zu Wort.
Der Anlass ist die Ausschreibung des Wettbewerbes für das Wien Museum am Karlsplatz, sowie 150 Jahre Ringstrasse; eine Gelegenheit endlich den Platz als wichtigen urbanen Raum zu überdenken und zu gestalten. http://vimeo.com/121234446

Die 3/3 Lösung bei der Finanzierung zur Renovierung des Hauses (Bund/Stadt/Künstlerhaus) war kein Thema für Stadt und Bund, ein seriöser Architektur – Wettbewerb wie ihn noch Präsident Nehrer realisiert hatte führte nicht zum Auftrag. Die Präsidentschaft von Michael Pilz, mit klarer Dominanz durch den Geschäftsführer Peter Zawrel brachte zuerst die Verpachtung des Kinos zu deutlich schlechteren Konditionen an die Stadt Wien, die Kosten zur Renovierung die übernommen werden sollten, blieben, WINK sprang ein. Kritiker formierten sich, die Verbote häuften sich die Transparenz sank. Dann wurde den Mitgliedern des Künstlerhauses der Sponsor Hans Peter Haselsteiner als Retter in der Not präsentiert, anfangs mit einer 50/50 Beteiligung, schriftlich! per Brief des Präsidenten. Mit Haselsteiner´s Angebot hätte man anders umgehen können, er war nicht fixiert auf das was dann kam.

Scheibchenweise wurden die Anteile an Besitz und kreativem Einfluss weniger, die Kritiker lauter, nach einer Presskonferenz der Kritiker im Concordia, zu der auch Haselsteiner und Zawrel kamen, war der Ofen aus, den Kritikern die nicht schon vorher ausgetreten waren, wurde die Mitgliedschaft entzogen.

Genau das, was das Künstlerhaus nie sein wollte, ist es jetzt, ein Museum.
Weit mehr als renoviert, das Glasdach ist weg, um das Theater wird noch gestritten, das Künstlerhaus-Kino bespielt das Stadtkino, in der Mitte das mit historischem Dekor fein herausgeputzte Haupthaus, in dem auch der 24% Anteil Verein residiert – es trägt die Handschrift von MHM Architekten, des finanzkräftigen Sponsors Haselsteiner, aber vielleicht am meisten die Handschrift jener Herren, die diesen Deal eingefädelt und durchgezogen haben Albertina Direktor Schröder + Geschäftsführer des Künstlerhauses Zawrel, der weit eher im Sinne des Deals mit Schröder, als im Sinne der Künstlerschaft agiert hat.

Künstlerhaus Neu? Für die Albertina mag das vielleicht modern sein, das Künstlerhaus wirkt jetzt älter als je zuvor. Museen gibt es genug, nicht nur die Idee des Gemeinschaftsbesitzes durch Produzenten ist Zukunft, auch die Adaptierung des Hauses im Sinne von Weiterentwicklung: Grün/Energie/Optik/Image ist Zukunft. Ganz besonders daneben ist der Unwille zur Zusammenarbeit – das Künstlerhaus ist bereits eröffnet, die Albertina Modern nicht.