
Mit der neuen Generaldirektorin Fatima Hellberg in ein neues Kapitel des „mumok“ Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien!
Alle neuen Direktoren verändern Räume und Programm, und soweit es möglich ist die Belegschaft. Einerseits manifestiert sich ein persönlicher Stil, andererseits ist ein Trend schon vorgegeben, die Zeichen der Zeit, die sich auch anderswo in Museen bemerkbar machen, wie mehr Arbeit mit der Sammlung und gesellschaftliche Relevanz. Das Wort HALTUNG fehlt derzeit nie, und Inszenierung ist „the State of the art“. Einen erfrischenden Realitätssinn zeigt die neue Direktorin durch die Benennung und Ausprägung der Stockwerke des Museums als States, Bühnen, denn durch die zu dominante Architektur des Stiegenhauses ist das Museum ja sowieso sozusagen aufgeteilt. Mit TERMINAL PIECE als Eröffnung am 19. Juni 2026 wird auf 6 Stockwerken die Idee zur Realität.
Inzwischen kann man weiterhin die Produktionen des mumok sehen, die gar nicht so weit von den Intentionen der neuen Direktorin sind.

Erstaunlich ist derzeit, dass niemand in Kunst oder Politik auf die Idee kommt weniger Inszenierung, weniger Aufbauten, weniger Aufwand zu betreiben in Anbetracht der finanziellen Lage, die ja durch die Ignoranz der Realität entstanden ist. Der erste Ankauf für das mumok ist eine Installation der Künstlerin, Aktivistin, Autorin Kate Millett von 1972 und deren Archiv. Das feministische Schlüsselwerk der US-amerikanischen Kunstgeschichte thematisiert Strukturen von Macht, Wahrnehmung und Teilhabe. Gut so.
Anzumerken wäre, vor 50 Jahren gab es so gut wie keine Direktorinnen in Kunstmuseen, vor allem in Europa, so gut wie keine Kuratorinnen, sehr wenige Künstlerinnen in den Ausstellungen, sehr viel weniger Personal in den auch viel weniger Museen, Kunsthallen, sehr viel weniger Kunstgalerien und sehr viel weniger Publikationen. Es gab auch nur wenige Kunstkritikerinnen in den ebenfalls weit weniger Medien. Die Strukturen von Macht, Wahrnehmung und Teilhabe sehen heute ganz anders aus als vor 50 Jahren, das sollte auch mal ganz klar benannt werden, ohne den immer wieder gleichen feministischen Statements, auch hier sind Neubewertungen angesagt.